Tilichoskizzen

Der Inhalt der Tilichoskizzen bezieht sich auf meine Nepalreise im Herbst 2006. Ich war mit einer fünfwöchigen Expedition zum 7.134 m hohen Tilichopeak im Annapurnagebiet unterwegs (bei der wir leider wegen zu großer Schneemengen den Gipfel nicht erreichen konnten) und dokumentierte meine Eindrücke, quasi als Tourentagebuch, in ca. 60 Farbskizzen, Zeichnungen und Gesteinsfrottagen. Ein Teil davon befindet sich in der heutigen Ausstellung.

Arbeitsschwerpunkt war anschließend das Herausfinden von Fragmenten aus meinen Skizzen, die ich wiederum aus der Natur entnommen hatte. Ein neues Montieren, Ordnen, Malen und Übermalen und teils Überkleben lies mich nochmals unterwegs sein und lies mich ein weiteres und weiteres Mal das schon Gesehene wieder erleben, in meinen nunmehr individuellen und visuellen Vorstellungen. Das Arbeiten anhand von eigenen Skizzen und Entwürfen gab mir die Grundlage für eigene und nur auf mich ganz allein bezogene neue Exkursionen durch die wilde, von riesigen Gletschern und Eismassen überzogene, gewaltige Bergwelt des Himalaya.

Die Freude am Material, an der Farbe und am künstlerischen Prozess einerseits, aber auch die Bereitschaft, Erarbeitetes wieder infrage zu stellen, waren für mich wichtiger Ansatzpunkt und Basis für meine Malerei, bei der nicht zuletzt auch der Zufall einen berechtigten Platz finden sollte. So flüchtig die Skizzen, die ich oft mit frierenden Fingern bei eisigem Wind oder gleißender Sonne zu Papier gebracht habe, manchmal erscheinen mögen, die tiefen Farbtöne, die sie in sich tragen, spiegeln ein Zeugnis von den wahren Eindrücken wider.

Trotz eines starken Dranges hin zur Reduktion sind meine Arbeiten von der gegenständlichen Malerei geprägt. Einen Satz von Picasso finde ich für meine Arbeiten recht zutreffend: „Nicht nach der Natur arbeite ich, sondern vor der Natur, mit ihr.“

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