rational-emotional

Bemerkungen: (Zum Thema „rational – emotional“ in Verbindung mit meinen Bildern)

Die Entstehung meiner eingereichten Bilder beginnt zunächst mit emotionalen, also gefühlsbetonten Arbeitsgängen, bei denen Untergrundstrukturen und Farbe wenig zielorientiert und gelegentlich auch zufällig aufgebracht werden. Durch Überarbeitungs- und Überschichtungsvorgänge wird so die Bildfläche immer mehr verdichtet. Man nennt dies elementare Malerei. Farbfluss, Strukturen und Oberflächengestaltung unterliegen während dieser Malphase natürlichen und physikalischen Gesetzmäßigkeiten. Was in dieser Phase auf der Leinwand passiert, kann nur die Natur selbst abbilden und ist durch Menschenhand kaum nachvollziehbar.

Wenn das Bild dann einen Zustand erreicht hat, in dem ich als Maler rational eingreifen will, setzt für mich der intellektuelle Bildsteuerungsprozess ein. Wie das Wort „rational“ besagt, also vernünftig, berechnend, überlegend, ordnend, greife ich, mich dem Arbeitsbetrieb anpassend, in die Bildgestaltung ein. Je nachdem, ob das Bildergebnis ein rein farblicher Ausdruck sein soll, ob Raum und Tiefe entstehen sollen, ob Spannung im Bild entstehen oder das Ergebnis eher einen beruhigenden Ausdruck haben soll, steuere ich den weiteren Arbeitsprozess mit den allgemein gültigen Gesetzmäßigkeiten der Bildgestaltung. Wichtig erschien mir z.B. in dem Bild „Boote im See“ die Findung der Horizontlinie in Annäherung an den goldenen Schnitt oder in dem Bild „Große Apfelform“ die Bildung einer großen, dem Bild Ruhe gebenden großen Form, die eine Assoziation an einen Apfel vermittelt.

In der letzten Konsequenz bleibt es aber dem Betrachter überlassen, aus meinen Bildern andere  Assoziationen mit dem Gesehenen zu verknüpfen.

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